*Interesting Projects*

Das verbotene gelbe Haus mit den weiß lackierten Fensterläden und den blechernen Regenrinnen, die der Taubenmist mit einem Pünktchen-Muster gesprenkelt hatte, sah nicht gerade bedrohlich aus. Nur ein schwefelfarbig verputztes Mietshaus mit ungepflegten Dornensträuchern vor dem Eingang, ganz harmlos schien es. Doch darin roch es nie nach Käsesuppe oder Bratkartoffeln mit Knoblauch, nur nach Fäulnis und Staub. Katinka hielt sich selbst die Tür auf und schob ihr Fahrrad vor sich hinein, so, als könnte es sie warnen, wenn etwas nicht in Ordnung wäre. Der Flur, nur durch ein Oberlicht im fleckigen Bleiglasfenster erleuchtet, war ein mysteriöser grüngekachelter Pfad durch Rattenkot und hereingewehte Blätter des letzten Jahres. Immer kam es Katinka vor, als ob jemand direkt hinter ihrem Ohr atmete, wenn sie von der Vordertür zur Hintertür ging. Sie nahm sich oft vor, diese Abkürzung durch das gelbe Haus nicht mehr zu nehmen. Nicht mehr an den gespenstisch verzogenen Haustüren vorbeizugehen, nicht einmal mehr auf Zehenspitzen. Sie wollte es nicht riskieren, dass eine der Türen sich jemals vor ihr öffnete. Doch sie tat es trotzdem, immer und immer wieder.